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Art.Nr.: 5634
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Weber: Armee im Kreuzfeuer
Soldatentum liegt nicht im Trend. Wer in der Bundeswehr dient, ist schon seit längerem für viele Bürger nur ein Idiot. Doch inzwischen sind wir mehr als eine Etage tiefer angelangt. »Soldaten sind Mörder«, ließ das höchste deutsche Gericht als legitime Meinungsäußerung befinden und wurde zum prominentesten Trittbrettfahrer des Zeitgeistes. Und langsam brechen die Dämme. Mörder sollen sie alle sein, die Soldaten in den deutschen Armeen des an Wechselfällen reichen zwanzigsten Jahrhunderts. Die Wehrmacht, deren Uniform über fünfzehn Millionen deutsche Männer getragen hatten, wird nun in immer schrilleren Tönen als »Mord- und Terrororganisation« gebrandmarkt. Deserteure, die ihre Kameraden schmählich im Stich gelassen hatten, werden hingegen zu Widerstandskämpfern glorifiziert. Verantwortungslose Politiker und linke Seilschaften in den Medien bedienen ungeniert das Feindbild. Und Feind ist, wer deutsch ist und eine Uniform trägt. Warnungen kommen zunehmend aus dem Ausland, wo man sich schon lange verwundert fragt, wann der neudeutsche Selbsthaß an seine Grenzen stößt. Diesem Zeitgeist zu widerstehen, ist Zweck des vorliegenden Buches. Soldaten und Journalisten, Juristen und Historiker aus dem In- und Ausland beziehen Stellung in der Kampagne gegen das deutsche Soldatentum. Kritische Fragen werden gestellt zu Bild und Rolle der Wehrmacht, zu ihrer Traditionswürdigkeit, nach der Rechtfertigung der Deserteure sowie der Rolle der Bundeswehr und ihrer Verantwortungsträger im Rahmen dieser Debatten, die an Grundfesten unseres demokratischen Rechtsstaates rütteln.
Joachim F. Weber(Hrsg.), geb. 1966, freier Journalist, studierte Geschichte, Geographie, Öffentliches Recht und Journalismus. Von 1992 bis 1996 war er Redakteur für Zeitgeschehen und Zeitgeschichte beim »Ostpreußenblatt«, seither ist er freier Journalist; Veröffentlichungen zu Fragen der Zeit- und Militärgeschichte sowie Geopolitik. Als Reserveoffizier war er mehrere Monate im IFOR-Einsatz in Kroatien und Bosnien.
Inhalt
Zur Einführung (Joachim F. Weber) 9
Ein Wort zuvor (Reinhard Uhle-Wettler) 15
Die Bundeswehr und die Tradition
Helge Hansen: Mahnung an den Dienstherrn
Aus der Ansprache vom 25. März 1996 in Koblenz 24
Günter Kießling: Bundeswehr und Wehrmacht
Zum Traditionsverständnis aus Sicht der Kriegsgeneration 27
Dieter Stockfisch: Zur Gestalt des Soldaten
in unserem Land 38
Das Bild von der Wehrmacht
Jürgen Schreiber: Die Perspektive der Zeitzeugen Historische Sicht und Traditionsverständnis in den
Soldatenverbänden 56
Fritz Gürtner: Die Wehrmacht aus völkerrechtlicher Sicht 67
Wolf Stoecker: Fälschung und Agitation
Kritische Bemerkungen zur Ausstellung »Vernichtungskrieg, Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944« 76
S. A. Brandshaw: Deutsche Soldaten kämpften ehrenhaft
Die Wehrmacht aus der Sicht eines Gegners von damals . . . . 91
Die Wehrmacht und die Politik
Franz Uhle-Wettler: Völkermord mit gutem Gewissen 96
Werner Maser: Der Wortbruch
Hitler, Stalin und die Legende vom Überfall 102
Walter Post: Die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg
Armee zwischen Regime und totalem Krieg 125
Der Deserteur als Leitbild des Staatsbürgers?
Lothar Groppe: Will der Bundesrat auch Verbrescher rehabilitieren?
Wider die Verallgemeinerungen 150
Franz W. Seidler: Fahnenflucht. Der Soldat zwischen
Eid und Gewissen
Tatsachen über das Phänomen der Desertion
aus der Wehrmacht 155
Alfred M. de Zayas: Täter- und Opferkategorien
Deutsche Schwarzweißmalereien über Wehrmachtsjustiz
und Deserteure aus der Sicht eines Amerikaners 174
Soldat und Politik in der Verantwortung
Hans-Jörg Kimmich: »... und die Verantwortung wär' dein!«
Der Sinn des Widerstandes in den letzten Tagen 188
Gerd Schultze-Rhonhof: Loyalität und Gewissen 199
Alfred Dregger: Vermächtnis und Verpflichtung
Unsere Kriegsopfer mahnen zur Wahrhaftigkeit 209
Deutsches Soldatentum
Jürgen Reichardt: Leistung, Haltung und Ritterlichkeit
Die deutsche Fallschirmtruppe gestern und heute 220
Reinhard Uhle-Wettler: Brief an einen Oberleutnant 223
Gerd-H. Komossa: Gefallenengedenken
Eine Betrachtung nicht nur zum Volkstrauertag 228
Die Bundeswehr in der Zeitenwende
Clemens Range: Im Spannungsfeld von Truppe und Politik
Die Generalität der Bundeswehr 234
Joachim F. Weber: Streitkräfte im Wandel
Bleibt Deutschland verteidigungsfähig? 240
Günter Roth: Die Bundeswehr nach dem Epochenwechsel
Vom Mittel zum Instrument der Politik 248
Anhang
Berufspflichten des deutschen Soldaten vom 9. Mai 1930 . . . 283
Zehn Gebote für die Kriegführung des deutschen Soldaten 284
Adenauers Ehrenerklärung 286
Eisenhowers Ehrenerklärung 287
Staats- und Wirtschaftspolitische Gesellschaft e. V.
Aufgaben und Ziele 287
gebunden mit Schutzumschlag; 288 Seiten, Format 14 x 22 cm, neuwertiger Zustand
Universitas Verlag; 1997; München